Rodrigues

 

Rodrigues ist die zweitgrößte Insel im Staat Mauritius – die größte ist die Hauptinsel Mauritius. Die Insel Rodrigues hat eine Fläche von 109 km² und liegt 650 km östlich von der Insel Mauritius im Indischen Ozean. Die Hauptstadt der Insel Rodrigues ist Port Mathurin. Die mehr als 40.000 Einwohner der Insel sind fast alle afrikanischer Herkunft – nur ein kleiner Teil ist europäischer Abstammung. Dies liegt auch daran, dass der Anbau von Zuckerrohr auf Rodrigues nie eine wichtige Rolle spielte. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wanderten auch indische und chinesische Familien ein, die sehr schnell eine wichtige Rolle im Handel übernahmen. Auch in der Religion spiegelt sich der Unterschied zur Hauptinsel Mauritius wider: 96 % der Bevölkerung sind Katholiken, 3 % Anglikaner und die restlichen 1 % verteilen sich auf Moslems, Hindus und Buddhisten.

Rodrigues ist vulkanischen Ursprungs und die weitläufige Lagune, die die gesamte Insel umgibt, ist von einem Korallenriff umgrenzt. Das Klima auf Rodrigues ist etwas rauer als auf der Hauptinsel. Die Sommer haben etwas heißere Temperaturen, dafür sind die Winter etwas kühler als auf der Hauptinsel Mauritius. Auch fallen auf Rodrigues weitaus weniger Niederschläge wie auf Mauritius selbst.

Die Insel Rodrigues gehörte offiziell nie zu den Niederlanden – für viele Schiffe stellte die Insel lange Zeit nur eine Landmarke dar auf dem Weg in Richtung Indien. Zudem diente die Insel in frühen Zeiten als Zufluchtsort vor Stürmen für die Seefahrer und auch als Zwischenstopp, um den Frischwasservorrat und auch Nahrungsmittel aufzufüllen – dabei war das Fleisch der Schildkröten sehr beliebt. Erst im Jahre 1691 kamen die ersten richtigen Bewohner auf Rodrigues – eine Gruppe Hugenotten, die aus Frankreich geflohen waren, die die Insel jedoch nach einiger Zeit doch wieder verließen. Im Jahr 1735 folgte dann die erste feste Ansiedlung in der heutigen Hauptstadt Port Mathurin auf Rodrigues. Im Laufe der Geschichte diente Rodrigues auch als Sträflingskolonie von Frankreich.
Einige Madegassen ließen sich auf Rodrigues nieder – durch diese wurde der Reisanbau auf der Insel eingeführt.
Die Insel verfügte in den 70er Jahren über nur eine einzige Straße aus Asphalt in Port Mathurin – damals gab es auf der Insel gerade mal etwa 60 Autos.

Wie auch die Hauptinsel Mauritius, war Rodrigues früher bedeckt von dichten Regenwäldern, die über die Jahre fast komplett abgeholzt worden waren. Die dadurch resultierenden Faktoren Erosion und Wassermangel und der fehlende Schutz vor Zyklonen sorgten dafür, dass in den 80er Jahren wieder mit einer Aufforstung auf Rodrigues begonnen wurde.

In wirtschaftlicher Sicht sind auf Rodrigues andere Sektoren vorherrschend als auf der Hauptinsel. Auf Rodriguez war nie eine großflächige Plantagenwirtschaft vorhanden. Noch heute gehören 90 % der Fläche des Landes der Regierung. Interessant ist sicher auch zu wissen, dass der zweitgrößte Grundbesitzer auf Rodrigues die katholische Kirche ist.
Die Einnahmequellen der Einwohner lagen lange Zeit hauptsächlich im Export von Fleisch auf die Hauptinsel – weitere wichtige Exportgüter sind gesalzener Fisch und Tabak. Viele der Einwohner auf Rodrigues verdienen ihren Lebensunterhalt auch im Fang von Tintenfischen und dem Handel mit diesen. Durch zahlreiche Zyklone wurde das Land oft zerstört, sodass dies für viele Bauern in der Viehzucht praktisch den Ruin bedeutete. Dies gab der Regierung den Ansatz, dieser Situation entgegenzuwirken. Lange Zeit wurde die Wirtschaft auf Rodrigues von der Regierung vernachlässigt. Diese Situation erforderte nun Hilfe seitens der Regierung für die Bauern auf der Insel Rodrigues. Einfuhrzölle wurden gestrichen und Importe für notwendige Güter wurden entsprechend subventioniert. Durch die Förderung von Unternehmensgründungen wurde auch langsam ein sanfter Tourismus auf Rodrigues aufgebaut. Da die Bevölkerung auf Rodrigues immer stärker anwächst, reicht aber der Tourismus bisher bei weitem nicht, um für viele Einwohner eine sichere Einnahmequelle zu bieten.

 

 

 

Übernachten auf der Insel Rodrigues


Nach dem Aufbau des Tourismus stehen auch einige Hotels auf Rodrigues zur Auswahl. Pauschalurlaube sind bisher noch nicht zu finden, auch Online-Buchungen für Hotels scheinen noch eher selten zu sein. Vor Ort stehen Hotels und kleinere Pensionen zur Auswahl, die Zimmer vermieten. An Unterkünften mangelt es auch während dem Aufbau eines sanften Tourismus auf Rodrigues sicherlich nicht. Hier finden die Urlauber auch noch ruhige Hotels, die nicht vom Touristenmassen in Beschlag genommen werden.


Infrastruktur auf Rodrigues


Noch immer gilt Rodrigues als Geheimtipp für Urlauber im Indischen Ozean. Trotz des erst beginnenden Ausbaus des Tourismus ist die Infrastruktur auf Rodrigues bereits sehr gut ausgebaut. Taxen, Busse und Mietwagen stehen zur Verfügung. Für die Anreise nach Rodrigues werden Flüge von der Hauptinsel aus mehrmals täglich angeboten. Ziel der Regierung ist es, auf Rodrigues einen Tourismus zu schaffen, der auch der Umwelt gerecht wird. 
Bedingt durch das Korallenriff um die Lagune, die die Insel Rodrigues umgibt, stehen nur wenige schmale Durchgänge für die Schifffahrt zur Verfügung.


Sehenswertes


Die traumhaften Strände bieten einen wundervollen Anblick, der zum Träumen einlädt. Da der Tourismus auf Rodrigues erst in der Anfangsphase steht, gibt es auch noch einsame Strandabschnitte mit paradiesischem Flair.
Die vielen kleinen Nachbarinseln von Rodrigues bieten sich ebenfalls als Ausflugsziele an. Die Ile aux Cocos und auch die Ile aux Sables sind nur zwei der Inseln um Rodrigues, die kleine, unbewohnte Paradiese darstellen und unter Naturschutz stehen. Die Ile aux Cocos ist ein Naturreservat, das Seeschwalben, wie zum Beispiel die Australseeschwalbe beheimatet. Auch die kleinen Inseln um Rodrigues gehören dem Inselstaat Mauritius an.